Vermarktung

Vermarktung: Preis-Differenzierung und Vermarktungsprioritäten

Grundsätze: Prioritäten Ölsaaten-Vermarktung

Grundlage für die Vermarktung sind die Übernahmebedingungen von swiss granum und die Konvention Ölsaaten zwischen den Sammelstellen und dem SGPV. Folgende Regeln sind dort aufgeführt:

  • Ölwerke übernehmen in erster Priorität zugeteilte Mengen. Nicht zugeteilte Mengen werden erst vermarktet, wenn die zugeteilten Mengen bereits vermarktet sind und weiterhin Absatzpotential besteht.
  • Zugeteilte Mengen werden mit „Vertragsmenge SGPV Ernte xxx“ bezeichnet und nicht zugeteilte Mengen werden mit „Übermenge SGPV Ernte xxx“ bezeichnet. Dies gilt von der Sammelstelle über den Handel bis zu den Ölwerken.
  • Die Rückverfolgbarkeit dieser Vertragsmengen kann durch den SGPV kontrolliert werden.

Raps Kampagne 2020-2021: Alle Mengen bis und mit Ernte 2020 dürfen vermarktet werden

Da vor der Ernte keine Lagermengen mehr vorhanden und die produzierten Mengen gesamtschweizerisch tiefer als die Zuteilung waren (86‘000-92‘000 t gemäss Ernteerhebung von swiss granum gegenüber einer zugeteilten Menge von total 99’000 t), kann die gesamte Erntemenge ab sofort vermarktet werden.

Alle Mengen bis und mit Ernte 2020 dürfen vermarktet werden

Da der Markt unterversorgt ist, dürfen sowohl Zuteilungs- als auch Übermengen Abgang Sammelstelle zu gleichen Konditionen vermarktet werden. Diese Regelung gilt für allen Raps der Ernte 2020 und der Vorjahresernten.

Achtung: 

  • Ab der Ernte 2021 darf bis zum Informationsbrief wieder nur die Zuteilungsmenge vermarktet werden.

Differenzierte Preise an die Produzenten für Zuteilungs- und Übermengen

Es ist möglich, dass einige Produzenten ihre Zuteilungsmengen bei Weitem überliefern, die Sammelstelle ihre Gesamt-Zuteilungsmenge jedoch einhaltet. Wenn die Produzenten nicht angehalten werden, ihre Zuteilungsmengen einzuhalten, führt dies in guten Erntejahren zu Preisdruck durch Übermengen. Aus diesem Grund ist eine Preisdifferenzierung zwischen Zuteilungs- und Übermengen nötig: Nur wenn der Preis für die Übermengen deutlich tiefer ist als für die Zuteilungsmengen, werden solche Übermengen vermieden. Die Preisreduktion auf den Übermengen führt zu einer Preiserhöhung auf den Zuteilungsmengen aller Produzenten.

So funktioniert die Preisdifferenzierung:

  • Der Produzenten-Preis für Übermengen ist tiefer.
  • Wenn die Sammelstelle insgesamt keine Übermengen hat, zahlt sie aufgrund der tieferen Preise für Übermengen allen Produzenten einen höheren Preis auf den Zuteilungsmengen aus.
  • Wenn die Sammelstelle insgesamt Übermengen hat, fallen Kosten für die Lagerhaltung an und der tiefere Produzenten-Preis ist gerechtfertigt.

Bei einer Preisdifferenzierung ist der Produzentenpreis für die Zuteilungsmengen aller Produzenten höher als ohne Preisdifferenzierung!